Kreatin Wirkung und Nebenwirkung – (Teil 2/2)

Was sind die Nebenwirkungen von Kreatin und vorallem für wen ist die Kreatin Einnahme geeignet?
Im Teil 1 ging es darum, was Kreatin überhaupt ist und was es bewirkt.

 

KREATIN NEBENWIRKUNGEN – WAS IST ZU BEACHTEN?

Kreatin werden aber auch verschiedene Nebenwirkungen und Gesundheitsgefährdungen nachgesagt. Es existieren derzeit jedoch keine durch Studien gesicherten Fakten, die eine Gesundheitsgefährdung belegen würden. Die Nebenwirkungen können klar eingegrenzt werden: Durch die zusätzliche Speicherung von Wasser bei einer Kreatin Einnahme in der Muskulatur kann das Körpergewicht um 1–2 kg steigen. Man sollte beachten, dass bei einer Kreatin Einnahme zusätzliche 1–2 Liter pro Tag getrunken werden sollten, damit eine Dehydratation und die möglicherweise daraus folgenden Kopfschmerzen vermieden werden.

Kreatin ist aber auch ein Magnesiumräuber, weswegen es vor allem in der Ladephase zu vereinzelten Krämpfen kommen kann. Solche Krämpfe können mit einer Einnahme von 150–900 mg Magnesium vermieden oder zumindest vermindert werden. Ab und zu wurde von Magen-Darm-Unverträglichkeiten im Zusammenhang mit einer Kreatin Einnahme berichtet. Vermieden werden sollte die Kreatin Einnahme bei Personen mit einem bestehenden Nierenleiden oder einem erhöhten Risiko fü Nierenkrankheiten (z.B. Diabetes, Bluthochdruck). Obwohl unter hochdosierter Kreatin Einnahme potenziell zellschädigende Kreatinabbauprodukte verstärkt im Urin nachzuweisen sind, wurde bisher kein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Nierenleiden oder Krebs festgestellt.

 

FÜR WEN IST KREATIN SINNVOLL?

Nach den bisherigen Fakten, die uns die Forschung liefert, muss man sich wohl eher fragen: Für wen ist Kreatin nicht sinnvoll? Kreatin scheint, wie erwähnt, nach Allheilmittel zu tönen – wie einst Quecksilber im Mittelalter. Wir düfen sicher der heutigen Forschung bei Weitem mehr vertrauen als der Alchemie von vor 400 Jahren. Dennoch müssen wir bei der Beantwortung der Frage, wer Kreatin anwenden sollte, sicher den gesunden Menschenverstand einschalten. Für einen gesunden Menschen, der zwischendurch ein bisschen müde ist, ist Kreatin ebenso wenig zu empfehlen wie für einen Menschen mit 50 kg Übergewicht, der auf dem Fahrrad seine Basisausdauer erarbeitet.

Gerade der Fokus eines Sporttreibenden in einem Fitnesscenter sollte nicht auf einem Produkt liegen, sondern bei sich und seinem Ziel. Folgendes Beispiel zeigt die Möglichkeiten von Kreatin Einnahme deutlicher auf: Wir benutzen keine Sonnencreme, wenn draussen die Sonne kaum scheint. Wir schützen uns dann vor den schädlichen UV-Strahlen, wenn die Belastung unseres Körpers sehr gross wird. In diesem Beispiel lässt sich auch die Anwendung von Kreatin verstehen: Kreatin bietet uns einen Schutz vor grosser oder übermässiger Belastung und lässt uns schneller regenerieren. In allen Beispielen steht eine grosse Belastung für den Körper bevor oder Kreatin wird zu wenig aufgenommen. Kreatin Einnahme hilft diesen Menschen nun, sich vor einer Überlastung besser zu schützen.

 

KREATIN FÜR MUSKELAUFBAU

Im Spitzensportbereich gibt es verschiedene Einnahmeschemata, welche propagiert werden. Das Bundesamt für Gesundheit schreibt den Supplementherstellern folgenden Beschrieb auf den Dosen vor: bis 20 g während 7 Tagen und danach 2–4 g. Diese Einnahme hat eine sehr schnelle Leistungssteigerung, jedoch die Senkung der körpereigenen Kreatinsynthese zur Folge. Die enorme Kraftzunahme innerhalb von ein bis zwei Wochen darf bei vielen Sporttreibenden gerade in einem Fitnesscenter kritisch hinterfragt werden. Die entscheidende Frage ist, ob der passive Bewegungsapparat des Sportlers für solche Kraftzuwächse genügend ausgebildet ist. Leistungssportler haben versucht, die oben unter „Medizinstudent“ beschriebene Einnahme in den letzten 5–7 Jahren zu adaptieren. Die Resultate sind bemerkenswert und wären Inhalt einer möglichen Studie, diese Anwendung auf Fitnesssportler auszudehnen.

 

WELCHES KREATIN SOLL ICH EINNEHMEN? DIE UNTERSCHIEDE IN DER QUALITÄT

Die im heutigen Handel vorkommenden Produkte variieren in der Qualität sehr stark. Gerade im Internethandel werden immer wieder „Schnäppchen“ angeboten. Der Unterschied ist bedingt durch die Herkunft und Reinheit der Rohstoffe. Die Kreatinproduktion beim Marktführer Degussa ® bringt ein hochgereinigtes Kreatin ohne Verunreinigungen mit dem Markennamen Creapure® hervor. Die meisten Billigrohstoffe aus China enthalten oftmals Schwermetalle und andere toxische Verunreinigungen, welche zu schweren Magen-Darm-Beschwerden führen können. Die Frage nach der Herkunft des Rohstoffes ist also eine Gesundheitssache. Der Rohstoff sollte HPLC(high performance liquid chromatography)-reines Kreatin sein. Ein Billigkreatin, aus dem chinesischen Raum, ist bis zu 4-mal günstiger als der Degussa®-Rohstoff Creapure®. Die Online-Händler, die vor allem im deutschen Raum 1 kg Kreatin zu 9,99 Euro verkaufen, spielen ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit des Konsumenten.

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