Finger weg von Reduktionsdiäten und Nulldiäten!

Übergewichtigen Menschen greifen in ihrer Verzweiflung immer wieder selbst zu drastischsten Diätformen. So genannte Reduktionsdiäten, umgangssprachlich FDH (Friss die Hälfte) oder gar die Extremform, die Nulldiät werden immer noch praktiziert – mit drastischen und oft unerwünschten Folgen.

 

Reduktionsdiäten und Nulldiäten – unnötige Gefahr!

Wer eine solche Diät macht, verliert gleich mehrere wichtige ernährungsphysiologische Aspekte:

1. Umsetzbarkeit

Natürlich ist es für jeden möglich, einige Tage nichts zu essen (wenn auch mit erheblichen Unannehmlichkeiten verbunden), jedoch ist das auf die Dauer nicht gesund. Spätestens nach 1-2 Wochen sind gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen unausweichlich. Wer es länger durchhält, gefährdet sein Leben: 3-4 Wochen gelten als die Obergrenze, die ein durchschnittlicher Mensch ohne Essen überleben kann, bevor ihn der Hungertod ereilt.

 

2. Mangelerscheinungen

Jedem, der eine solche Diät auch nur in Erwägung zieht, sollte sich unbedingt der Tatsache bewusst sein, dass mit der Menge der Nahrung bei weitem nicht nur die Fette und Kohlenhydrate reduziert werden, sondern gleichzeitig auch alle anderen Bestandteile der Nahrung: Vitamine und Spurenelemente die unser Körper ebenso notwendig braucht um zu überleben. Einige dieser Bestandteile sind in unserer Nahrung ohnehin nur in sehr geringen Mengen vorhanden – werden diese noch weiter reduziert, können Mangelerscheinungen mit weit reichenden Konsequenzen die Folge sein, die ebenfalls schwere Nebenwirkungen haben können: Ein Mangel an Vitamin C zum Beispiel löst die früher gefürchtete Krankheit Skorbut aus, welche sich unter anderem in Zahnfleischentzündungen und Zahnausfall äußert. Ein Eisenmangel kann zu einem lebensgefährlichen Blutmangel (Anämie) führen, und so weiter. Und Multivitamin und Mineralstoff-Tabletten sind auf Dauer kein Ersatz für frische Kost!

 

3. Jojo-Effekt

Der Nachteil aller drastischen Ernährungsumstellungen ist der gefürchtete Jojo-Effekt: Die plötzliche Umstellung der Nahrung, bei der viele gewohnte Nährstoffquellen wegfallen täuscht dem Körper eine Hungersnot vor. Unser, entwicklungsgeschichtlich noch in der Steinzeit lebender, Körper versucht sich davor zu schützen, indem er als erstes den Nährstoffverbrauch senkt, indem er viele Körperfunktionen deutlich zurückfährt und auf “Sparflamme” arbeitet. Wird die Nahrungszufuhr (wie besonders bei Nulldiäten zwangsläufig der Fall) wieder gesteigert, bleibt der Körper in seinem Sparprogramm, um sich Notreserven für die nächste Hungersnot zuzulegen, die üblicherweise noch ein wenig üppiger ausfallen, als vor der künstlich erzeugten Hungersnot.

 

4. Fressattacken

Selbst wer Diäten wie “FDH” über längere Zeit durchhält, und sämtliche Mangelerscheinungen auszugleichen weiß, sollte sich diesen Schritt gut überlegen. Eiserne Disziplin hält kaum ein Mensch über einen wesentlichen Zeitraum aus. Die Gefahr einer Fressattacke steigt – und nach der Attacke folgt der Frust. Denn hat man einmal gesündigt, so die irrige Annahme, sei ohnehin alles verloren, und könne wieder so weiter essen wie zuvor auch.

 

Zusammengefasst:

Lassen Sie bitte die Finger von zu drastischen Diäten! Zu einer “gesunden”, “effektiven” und vor allem “dauerhaften” Gewichtsreduzierung gehört schon etwas mehr als einfach nichts mehr zu essen: Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen, zusammengestellt in einem individuellen Ernährungplan, ausreichende Bewegung, am besten ein professionell erstellter Trainingsplan, sowie Gelduld und Disziplin sind die Eckpfeiler jeder Gewichtsreduzierung. Alles andere kann Ihrer Gesundheit schaden!

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